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Christoph Scholder

OKTOBERFEST :: Ein Schreckensszenario, das jederzeit wahr werden könnte…

Ein Schreckensszenario, das jederzeit wahr werden könnte…

Der zweite Wiesn-Sonntag. Weiß-blau wölbt sich der Himmel über München, Tausende von Menschen strömen auf das Oktoberfest. Ausgelassen tanzen die Menschen in den Bierzelten zu den Wiesnhits.

Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag um exakt vier Minuten vor sechs in einem Höllen-szenario enden wird. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gibt Oleg Blochin, Kommandant russischer Elite-Soldaten, seinen Männern den Befehl, das Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen.



Zwanzig Minuten später geht beim Münchner Oberbürgermeister, beim Polizeipräsidium und beim Ministerpräsidenten ein Fax ein, in dem ein anonymer Absender erklärt, das Oktoberfest befinde sich in seiner Gewalt. Sämtliche Bierzelte seien mit Giftgas bestückt, die Insassen aller Zelte, ungefähr 70 000 Menschen, ab sofort seine Geiseln.

Die Forderung: 2 Milliarden Euro in Form von ungeschliffenen Rohdiamanten.

Fassungslos steht die Bayerische Regierung der Katastrophe gegenüber. Das Kanzleramt in Berlin setzt seinen besten Mann auf die Terroristen an: Wolfgang Härter, Kapitän zur See, verdeckter Operateur beim Militärischen Abschirmdienst. Ein Mann, der auf keiner Telefonliste zu finden ist – und ein Mann, den General Blochin bei seinen peinlich genauen Planungen nicht einkalkuliert hat…

Das größte Volksfest der Welt wird zur Geisel in den Händen skrupelloser Terroristen: Mitreißend geschrieben, minutiös recherchiert, unglaublich spannend – ein atemberaubendes Thrillerdebüt!


Christoph Scholder OKTOBERFEST

Interview geführt von Günter Keil


Herr Scholder, welchen Bezug haben Sie selbst zum Oktoberfest?
Früher war ich regelmäßig auf der Wiesn. Aber mit den Jahren sieht man viele Dinge in einem anderen Licht. Das Oktoberfest ist einmal als größte offene Drogenszene der Welt beschrieben worden. Da ist was dran. Kollektives Komasaufen unter dem Deckmantel von als Brauchtumspflege getarnter Folklore lässt einen schon am Fortschritt des Zivilisationsprozesses zweifeln. Aber ich bin ja kein Menschen-feind. Wenn Wetter und Begleitung passen, lass’ ich mich auch gerne mal zu zwei, drei Maß und einem halben Hendl im Biergarten überreden.

Ihr Roman spielt an mehr als 10 verschiedenen Schauplätzen, von München bis Moskau, in Afghanistan und auf Mauritius. Sind Sie für die Recherche an alle Orte gereist?
Überallhin – mit Reiseführern und meiner Phantasie bewaffnet. Ich kann Ihnen beispielsweise ziemlich exakt beschreiben, wie man in Kaliningrad vom Flughafen zur Villa Bremerhaven – einem Hotel, das in meinem Roman eine Rolle spielt – kommt und wie es dort aussieht. Auch habe ich mich umgehört, wer vielleicht schon mal an einem der Orte war, die mir vorschwebten. Diese Berichte von Bekannten haben das Bild dann abgerundet.

Glauben Sie, dass – wie in Ihrem Thriller - eine Gruppe Terroristen wirklich das Oktoberfest unter ihre Kontrolle bringen könnte?
Man sollte die radikale Raserei, in die sich Fanatiker reinsteigern können und die wahnwitzige Energie, die sie dabei freisetzen, nicht unterschätzen, aber sich auch nicht über Gebühr verrückt machen lassen. Ich kann jedenfalls mit der berühmten bayerischen Bierruhe auf dem Oktoberfest meine Maß trinken.

Bei einem terroristischen Anschlag dieser Größenordnung und einer solchen Geiselnahme geht es teilweise sehr brutal zu. Haben Sie sich eine Grenze gesetzt, die Sie in der Schilderung von Gewalt nicht überschreiten wollten?
Aus der Feder eines deutschen Autors mag das streckenweise brutal anmuten. Aber kennen Sie die Romane von James Ellroy? Dagegen finde ich meine Schilderungen eher zurückgenommen. Außerdem schreibe ich keine Gewaltexzesse um jeden Preis. Die Schilderung von Gewalt ist nun mal ein zentrales Element der Spannungsliteratur.

Ab und zu streuen Sie humorvolle und ironische Dialoge oder Kommentare in die Handlung ein. War das Absicht, um die teilweise harte Handlung leichter verdaubarer zu machen?
Da sind Sie auf der richtigen Spur. Der große Soziologe Peter Berger hat ein Buch geschrieben mit dem bezeichnenden Titel „Erlösendes Lachen“. Dort heißt es, dass der Humor, also die Fähigkeit, etwas als komisch zu empfinden, immer auch die Verheißung von Erlösung in sich trägt. Andererseits sind Humor und Ironie in einem Thriller sehr schwierig einzubauen. Ob mir das gelungen ist, mag jeder Leser für sich entscheiden.

„Alle Personen des Romans sind frei erfunden“ schreiben Sie im Vorwort. Dennoch kommen einem viele Figuren bekannt vor - wie zum Beispiel der Münchner Unternehmer Josef Hirschmoser und einige Politiker. Gab es also doch reale Vorbilder?
Auch hier verweise ich auf einen soziologischen Begriff. Max Weber hat zur Beschreibung der sozialen Wirklichkeit das Instrument des „Idealtypus“ erfunden. Was ich versuche, ist also die Beschreibung bestimmter Menschentypen und nicht einer konkreten, realen Person. Finden Sie, dass Ihnen manche bekannt vorkommen? Das kann ich Ihnen nicht verbieten. Seite 2

Sie beschreiben ganz exakt die Strahlkraft der Augen Ihrer beiden Hauptfiguren. Was hat Sie daran fasziniert?
Oft wird gesagt, die Augen seien der Spiegel der Seele. Und denken Sie nur an die großen Italo-Western. Wer „Spiel mir das Lied vom Tod“ gesehen hat, wird die Augen von Henry Fonda nie wieder vergessen. Diese eigentlich bildliche Intensität habe ich versucht, in die Textform des Thrillers zu übernehmen.

In Rückblicken schildern Sie frühere Erlebnisse Ihrer Protagonisten und Ereignisse die teilweise mehr als 20 Jahre zurückliegen, zum Beispiel in Afghanistan 1984. Welche Absicht steckt dahinter?
Da die Handlungsmotivation mancher Figuren weit in der Vergangenheit ihren Ursprung hat, war dies der Versuch, den Figuren durch schlaglichtartige Beleuchtung bestimmter Szenen biographische Plastizität zu verleihen, ohne deren ganzes Leben nacherzählen zu müssen.

Sie bauen jede Menge Informationen über Waffen- und Kryptotechnik in die Handlung ein. Woher haben Sie das Fachwissen?
Bibliotheken sind das wichtigste Hilfsmittel. Das Internet ist mit Vorsicht zu genießen, die Informationen sind nicht immer zuverlässig. Über die konkrete Recherche kann ich öffentlich nicht sprechen. Sie werden verstehen, dass ich meine militärischen und geheimdienstlichen Quellen schützen muss. Es gibt einen klassischen Satz des Agenten-Genres, der das gut beschreibt: „Ich könnte es Ihnen sagen, aber dann müsste ich Sie töten.“

Sie schildern die politischen Hintergründe bei einem Terroranschlag: Die Machtspiele zwischen der Bundesregierung, dem Land Bayern, den Geheimdiensten und weiteren Behörden. Welche Bedeutung hat diese politische Ebene Ihres Buches für Sie?
Ich wollte darstellen, dass im Falle einer solchen Krise nicht nur die Einsatzkräfte vor Ort, sondern auch die politisch Verantwortlichen unter einem enormen Druck stehen. Und dass diese Verantwortlichen nach ganz eigenen Kriterien entscheiden. Ich habe in der Schilderung politischer Entscheidungs-findungen die Möglichkeit gesehen, eine weitere spannende Ebene der Geschichte zu beleuchten.

Wie lange haben Sie an den knapp 600 Seiten geschrieben?
Die Mission „Oktoberfest“ hat mich alles in allem fast vier Jahre beschäftigt – mal intensiver, dann wieder schleppend. Ich brauche zum Schreiben einen inspirierenden Impuls, den ich nicht erzwingen kann.. Die Disziplin, mich zu festen Zeiten an den Schreibtisch zu setzen, kann ich nicht aufbringen. Sie würde meiner Arbeit auch nicht bekommen. Ich kann leider nicht nach Stundenplan geistreich sein.

Ihr Debüt liest sich wie von einem absoluten Profi geschrieben. Sind Sie ein Naturtalent, dem das Schreiben leicht fällt oder ist es harte Arbeit?
Ich habe versucht, für mich selbst einen Stil, eine Stimme zu finden, die diese Geschichte erzählen kann. Oft wird gesagt, künstlerische Arbeit ließe sich aufteilen in 5% Inspiration und 95% Transpiration. Ob diese Teilung exakt so stimmt, will ich hier gar nicht beantworten. Sicherlich ist erzählerisches Talent nötig. Auch gibt es diese „gesegneten Tage“, an denen alles zu gelingen scheint und dann wieder die Tage, die übrigens die deutliche Mehrheit darstellen, an denen man nur durch zähes Arbeiten zum Ziel kommt.



Christoph Scholder

Christoph Scholder wurde 1967 in Tübingen geboren. Nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie lehrte er an verschiedenen deutschen Universitäten. Oktoberfest ist sein erster Roman. Er lebt in München.












Otto Zierer, Anton Kammerl

München – Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren

München – Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren 850 Jahre München: Wer München in sein Herz geschlossen hat, liebt neben den Sehenswürdigkeiten auch seine lebendige Tradition und er liebt die Münchner und ihre ganz besonderen Eigenarten. 1958, anlässlich des 800. Stadtjubiläums, erzählte Otto Zierer in seinem Buch „Die Abenteuer der vielgeliebten Stadt München“ vom mal mehr und mal weniger glanzvollen Werdegang der berühmten Stadt. Zierers Enkelsohn Anton Kammerl hat in „München. Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren“ die schönsten Geschichten neu zusammengestellt und um Ereignisse aus den letzten fünf Jahrzehnten ergänzt. Oberbürgermeister Christian Ude hat dem Buch ein Vorwort vorangestellt.

Von der unbedeutenden Siedlung an den Ufern der Isar bis zur „Weltstadt mit Herz“, vom ersten Mönchskloster auf dem Petersbergl bis zum Jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz unternehmen Otto Zierer und Anton Kammerl eine kurzweilige Zeitreise durch die bewegte Stadtgeschichte Münchens. Heinrich der Löwe und Friedrich der Schöne kommen ebenso zu Wort wie der Salzkutscher Schwaben-Konrad und die Sedlmaier Zenta, die am Viktualienmarkt Gemüse verkauft. Die beiden Autoren erzählen von den Blütezeiten der Künste und Wissenschaften, von Festen und wirtschaftlicher Entwicklung, aber auch von Pest, Cholera und Hungersnöten, von Kriegen und Wiederaufbau. Außenpolitische Verwicklungen in den wechselhaften Beziehungen mit Österreich, Preußen und Frankreich und auch die innenpolitischen Turbulenzen wie die Lola-Montez-Affäre werden anekdotisch dargestellt. In vielen großen und kleinen, lustigen und tragischen Geschichten zeichnen Otto Zierer und Anton Kammerl ein facettenreiches und bewegendes Bild von München und seinen Bürgern, das Lust macht, sich selbst auf Spurensuche durch Münchens Stadtgeschichte zu machen.

Das Hörbuch zum Buch wird von einem echten Münchner gelesen: dem Schauspieler und Kabarettisten Andreas Giebel. Musikalisch begleitet wird er von der „Monaco Bagage“.

Otto Zierer, 1909 in Bamberg geboren, studierte Philosophie und Geschichte in München und Heidelberg. Schon früh verfasste er insbesondere Geschichtsbücher, die – im national-sozialistischen Deutschland verboten – in den Fünfzigerjahren zu Millionen-Bestsellern wurden. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Der Autor starb im Jahr 1983. Anton Kammerl, 1959 in München geboren, ist ein Münchner Kulturschaffender, leitet eine Markenagentur und verwaltet das literarische Vermächtnis seines Großvaters Otto Zierer.



Otto Zierer, Anton Kammerl
München
Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren

Mit einem Vorwort von Oberbürgermeister Christian Ude
303 Seiten mit historischen Abbildungen
€ 19,90 / [A] € 20,50 / sFr 34,90
ISBN 978-3-7844-3119-2
LangenMüller Verlag 2007